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Sämtliche im Ofen härtenden Modelliermassen zeichnen sich durch ähnliche chemische Reaktionen aus, die während des „Brennens“ vonstatten gehen. Das Härten von ofenhärtenden Modelliermassen basiert auf einem Gelierprozess und unterscheidet sich damit komplett von der Aushärtung wasserbasierter Modelliermassen: Durch die höheren Temperaturen während des Härtungsprozesses dringt der Weichmacher in die Kunststoffteilchen und vernetzt selbst zu einem Gel, das nach dem Abkühlen die Teilchen zusammenhält. Da der Weichmacher einen Siedepunkt von etwa 300 °C hat, verdunstet er während des Härtungsprozesses nicht. Ein alltägliches Beispiel für einen Gelierprozess ist das Binden einer Soße mit Stärke. Hier übernimmt die Stärke die Funktion, die der Weichmacher bei den Modelliermassen innehat. Sieht man sich in einschlägigen Foren im Internet um, lernt man schnell: Super Sculpey ist DIE Modelliermasse der Modell-, Puppen-, Figurenbauer und Animationsstudios, also von ambitionierten und/oder professionell im kleineren Maßstab arbeitenden Skulpteuren. Es ist das Standardprodukt, wenn es darum geht, kleine, feingliedrige, sehr detailreiche Skulpturen zu modellieren – vor allem in den USA, mehr und mehr aber auch in Europa. Wegen seiner hautähnlichen Farbe und seiner matten, wachsähnlichen, leicht durchscheinenden Oberfläche wird es vielfach auch für die realistische Darstellung von menschlicher Haut eingesetzt. Super Sculpey hat eine feine und homogene, ansatzweise elastische Konsistenz. Es ist, verglichen mit anderen Modelliermassen, sehr weich, weniger porös und ausgesprochen gut zu verarbeiten, vor allem, nachdem man es durch Kneten und Drücken mit den Händen etwas erwärmt hat. Die Masse neigt wenig bis gar nicht dazu zu reißen; sie bleibt geschmeidig und ist wieder und wieder verformbar, bis sie im Ofen zum Aushärten gebracht wird. Von Vorteil ist auch, dass sich Teile oder Details sehr gut und spurenlos (und besser als bei vergleichbaren Massen) an die bereits bestehende Form anarbeiten lassen (Überblendungen herstellen). Gleiches gilt auch für kleine Löcher und Furchen, die besonders einfach geschlossen werden können. Bemerkenswert ist außerdem, dass Super Sculpey bei aller Weichheit eine recht hohe Standfestigkeit aufweist, so dass die entstehende Figur oder Form auch bei geringeren Wandstärken angenehm formstabil ist. Beachten sollte man, dass die Modelliermasse beim Härten im Backofen etwas schrumpft. Darüber hinaus, dass Super Sculpey bislang nicht als lebensmittelecht getestet worden ist. Zwar ist es ungiftig und erfüllt die Anforderungen des US-amerikanischen Norm ASTM D4236 für Künstlermaterialien, es sollte aber nicht unbedingt in den Mund gesteckt werden und ist nicht zuletzt deshalb nur für Kinder ab acht Jahren (auch hier am besten unter Aufsicht eines Erwachsenen) als Verarbeitungsmaterial empfehlenswert. Grundsätzlich ist Super Sculpey mit FIMO, insbesondere FIMO SOFT vergleichbar, ist aber in seiner Konsistenz und Verarbeitung geschmeidiger. Fimo ähnelt mehr Plastilin: Es bleibt stärker an den Fingern hängen (geringere Kohäsion) und reißt beim Formen auch schneller ein. Verarbeitung: Zum Modellieren empfiehlt es sich, eine Glas- oder Metallplatte unterzulegen. Das hat den großen Vorteil, dass man die fertig modellierte Form nicht mehr in die Hand nehmen muss, sondern sie auf der Platte belassen und in den Ofen schieben kann. Super Sculpey ist mit der Hand oder jeder Art von MODELLIERWERKZEUG zu bearbeiten und kann mit einem Messer oder CUTTER geschnitten werden. Schon nach dem groben Glätten mit einem Modellierholz oder den Fingern ist die Oberfläche ziemlich glatt. Mit REINIGUNGSBENZIN kann die äußerste Schicht zudem noch quasi poliert werden. Das Benzin löst die Oberfläche dabei leicht an und glättet sie. Das lässt sich am besten mit einem Pinsel und einem gewissen Maß an Vorsicht bewerkstelligen. Super Sculpey härtet im Backofen bei 130 °C innerhalb von 15 Minuten aus. Diese Angabe bezieht sich auf eine Materialstärke von sechs Millimetern, bei doppelter Stärke sollte man auch doppelt so lange, also 30 Minuten, backen. Beim Härten dunkelt das Material etwas nach. Bei dickeren Wandstärken härtet die Skulptur u.U. ungleich aus, sie sind daher mit Vorsicht zu genießen. Deshalb ist es ratsam, bei größeren Volumen alternativ mit einem Platzhalter oder einer Stützform aus Draht, Drahtgeflecht, Alufolie oder auch Holz zu arbeiten. Super Sculpey kann nicht im Mikrowellenherd gehärtet werden. Nach dem Aushärten kann das Material mit SCHLEIFPAPIER oder FEILEN bearbeitet werden, man kann (vorsichtig!) kleine Löcher hineinbohren oder mit einem Messer noch etwas nachschnitzen. Die Oberfläche ist gut lackierbar; hierfür sollten wasserbasierte Farben (PLAKATFARBE) oder ACRYLLACKe verwendet werden, lösungsmittelhaltige Farben sind gar nicht, beziehungsweise nur in Verbindung mit gewissenhaften Vorversuchen, zu empfehlen. Von der entstandenen Form kann mit ABFORMSILIKON oder LATEXMILCH eine Negativform zur Vervielfältigung erstellt werden ...
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