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Mit Schneideplottern werden an einem Computer angelegte Zeichen oder Grafiken aus einer Folie, einem Papier oder Karton ausgeschnitten. Häufigste Anwendung ist sicherlich das Anfertigen von Beschriftungen für Schilder, Schaufenster oder Fahrzeuge, die aus selbstklebenden Folien geschnitten werden. Man unterscheidet zwischen Flachbett- und Rollenplottern. Bei erstgenannten bleibt das zu bearbeitende Medium unbewegt auf dem Schneidetisch liegen, während der Schneidekopf auch bis an die äußersten Ränder der Fläche geführt werden kann. Bei einem Rollenplotter hingegen entsteht der Schnitt aus der Kombination der Bewegung des Mediums durch (Grid-)Rollen und der des Schneidekopfes, der auf einer Schiene geführt wird. Diese Technik ist prinzipiell vergleichbar mit der eines Tintenstrahldruckers, der die zu bearbeitenden Koordinaten in gleicher Weise ansteuert. Außerdem werden bei Schneideplottern zwei Arten der Messerführung unterschieden. Eine Sorte Plotter arbeitet mit einem Tangentialmesser, das von einem Motor in die benötigte Position bewegt wird. Das hat die Vorteile eines kraftvolleren Schnitts (auch stärkere Materialien können verarbeitet werden) und einer besonderen Exaktheit, da die Messerspitze bei dieser Technik exakt in der senkrechten Mittelachse des Schneidemessers liegt. Eine andere Art der Messerführung ist das Schleppmesser. Hier muss das Gerät stets einen Versatz mit einberechnen, da der exakte Scheidepunkt des schrägen Messers etwas seitlich von der Mittelachse liegt. Die Leistungsfähigkeit eines Schleppmessers ist geringer, deshalb eignet sich diese Technik besonders für das Schneiden dünnerer Klebefolien oder Kartons. Geräte mit Schleppmessern sind aber in der Regel günstiger und arbeiten schneller, da das Messer bei spitzen Winkeln bzw. an Wendepunkten nicht angehoben, gedreht und gesenkt wird, sondern die freidrehende Spitze im Material verbleibt und nur entsprechend die Richtung ändert. Eigentlich wurde das Gerät für den Heim- und Hobbygebrauch konzipiert – als wir den Graphtec Schneideplotter Craft Robo CC 330-20 aber vorgestellt bekamen, waren wir sehr überrascht über dessen Leistungsfähigkeit und Präzision, insbesondere in Relation zu dem relativ niedrigen Preis und seinen recht kleinen Maßen. Gewiss lässt sich dieses Gerät nicht mit einem professionellen Schneideplotter, wie er in einem Werbetechnikerbetrieb stehen sollte, vergleichen; er kann aber als Ergänzung dazu betrachtet werden, da er Kleinserien fertigen kann oder für eine Folienschrift den Gang zu einem auswärtigen Verarbeiter erspart. Für den ambitionierten Hobbybereich und den semiprofessionellen Anwender ist das Gerät ohne Einschränkungen zu empfehlen, ebenso für Studenten der Architektur oder als der kleine Helfer für Profis. Eigenschaften: Der Graphtec Craft Robo erinnert auf den ersten Blick an einen Tintenstrahldrucker, auch nach Öffnen der Abdeckklappe liegt dieser Vergleich nahe. Auf einer Achse sind zwei Gridrollen angebracht, die den Transport des eingelegten Mediums präzise erledigen. Auf einer anderen Achse wird der sensorgesteuerte Schneidekopf geführt, der durch eine 3-Punkt-Passermarkenerkennung navigiert wird. Diese Passermarken können in einem vorausgehenden Arbeitsschritt aufgedruckt werden. Sie garantieren das konturgenaue Ausschneiden der Vorlage. Übrigens ist eine solche Sensorsteuerung nur bei weitaus teureren Geräten Standard. Je nach Materialstärke kann die Schneidetiefe des Schleppmessers eingestellt werden. Sie ist durch drei mitgelieferte Aufsätze (Distanzkappen) zu regulieren, die wahlweise auf das Messer aufgeschraubt werden – hierbei stehen Tiefen von 0,1 mm (blaue Kappe), 0,2 mm (gelb) und für stärkeres Material 0,3 mm (rot) zur Auswahl. Die Aufnahme für das Werkzeug ist universal – sie erlaubt anstelle des Messerkopfes auch das Einspannen eines Stiftes (Stifthalter nicht im Lieferumfang enthalten); so kann der Craft Robo auch als Zeichengerät eingesetzt werden. Die Standzeit des Messers ist naturgemäß abhängig vom verarbeiteten Material, ein Angabe demzufolge nur mit Einschränkungen zu machen. Dennoch: Mit einem Messer können ca. 4000 Meter Klebefolie geschnitten werden, bevor es ersetzt werden sollte. Ein Punkt soll nicht verschwiegen werden: Das Gerät produziert eine große, anfangs unterhaltsame Bandbreite an Geräuschen; es ist recht laut und nur mit Einschränkungen für den Einsatz in einem Großraumbüro geeignet. Anwendung: Der Graphtec Craft Robo kann zeichnen, Pfade präzise ausschneiden und perforieren. Diese Arbeitschritte können auch kombiniert werden, so dass eine fertig ausgeschnittene Form gezeichnete, perforierte und geschnittene Elemente beinhalten kann. Daraus ergeben sich eine Vielzahl von Anwendungsfeldern in den Bereichen Basteln, Modellbau, Verpackungs-Design und Prototyping, beispielsweise:
Diese Materialien sind bearbeitbar: sämtliche Papiere und Kartons bis zu einer Grammatur von 157g/m² (laut technischer Spezifikation; in unseren Tests haben wir auch bei Grammaturen von bis zu 300 g/m² befriedigende Ergebnisse erzielt), dünnes Holzfurnier (DECOFLEX) und doppelseitige Klebefolien neben verschiedensten anderen selbstklebenden und nicht selbstklebenden Folien. Auch kann man stärkere Materialien schneiden, indem man das Messer ohne Distanzkappe mehrfach durch das Material laufen lässt (vgl. Anmerkungen Zubehör/Messerhalter 0,9 mm), oder stärkere Kunststoffplatten mit dem Messer anritzen und die Form später mit der Hand herausbrechen – doch dies sind Anwendungen, die in den Bereich Experimentieren fallen.
Verarbeitung: Nahezu alles, was sich an einem Bildschirm erstellen und mit einem Pfad (Outline, Konturlinie) versehen lässt, kann mit dem Craft Robo verarbeitet werden. Die mitgelieferte Software bietet eine Reihe von Funktionen zur Texteingabe, Zeichnen von Formen, Import von Bildern und Erstellen von Umrissen, die jedoch nicht mit den Möglichkeiten von professionellen Programmen wie Illustrator (Mac und PC) oder Corel Draw (PC) zu vergleichen sind. Diese Programme können aber nach Installation des Plug-ins zur Anwendung kommen. Mit der mitgelieferten Software können Schneidedaten auch auf einer SD-Karte gespeichert werden. So kann der Craft Robo später den Auftrag auch ohne PC erledigen. Ein typischer Arbeitsablauf wäre der folgende: In einem ersten Schritt wird mit Hilfe der Software eine Vorlage erstellt. In einem Zwischenschritt wird mit Hilfe eines externen Druckers die Vorlage auf das zu schneidende Material gedruckt. Dabei werden Passermarken mitgedruckt, die dem Craft Robo beim anschließenden Schneiden zur Orientierung dienen. Schließlich wird das Medium in den Craft Robo eingelegt und geschnitten. Dabei ist zu beachten, dass Materialien ohne Trägermaterial, die ganz durchschnitten werden sollen oder kleinere Materialstücke, die vom Rollentransport nicht erfasst werden, auf die Schneideunterlage mit leicht haftender Oberfläche aufgebracht werden müssen. Bei Materialien mit Träger, wie zum Beispiel Selbstklebefolien, ist dies nicht erforderlich. Diese Unterlage ist ein Verbrauchsartikel, der nach gewisser Zeit ersetzt werden muss. Anstelle der Original-Schneideunterlage können auch andere Folien aus unserem Sortiment, wie z.B. dünne PC-, PET- oder Hart PVC-Folien verwendet werden, sofern sie zuvor mit einer Haftschicht (z.B. Creativ Mount Sprühkleber oder Aslan doppelseitige Klebefolie DK 4, ablösbar) versehen wurden. Die Original-Schneideunterlage hat zwar ein aufgedrucktes Raster um die Positionierung des zu schneidenden Materials zu erleichtern, einen sehr großen Vorteil sehen wir darin allerdings nicht und Selbermachen spart in diesem Fall Geld. Weitere Hinweise zur Software: für Windows Vista, XP, 2000, Mac OS 10.2-10.5, Illustrator Version 3 oder höher, PlugIn für Adobe® Illustrator ab Vollversion 8 (PC/Mac) und CorelDraw ab Vollversion 11 (PC) in deutsch, CuttingMaster 2 deutsches PlugIn für CorelDraw (Win) und Adobe Illustrator (Win/Mac), direkte Ansteuerung aus z.B. CorelDraw oder Adobe Illustrator möglich. Nach Anmeldung auf der Internetseite www.craftrobo.de können Sie ein ausführliches deutsches Bedienungshandbuch als PDF-Datei herunterladen.
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