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Echtes Hautpergament,

Echtes Hautpergament

aus Kalbs-, Lamm- oder Ziegenhaut, leicht genarbt, gelblich transluzent, Vorderseite mit Kreide geglättet


 

Als Pergament bezeichnet man eine dünne, transluzente, auf einem Spannrahmen getrocknete Tierhaut, die sich unter anderem zum Beschreiben eignet. Neben dem PAPYRUS gilt Pergament als Vorläufer des Papiers. Das uns heute geläufige Pergamentpapier ist dagegen ein kochfestes, fett- und wasserdichtes Papier, dessen Ausgangsprodukt, ein saugfähiges Rohpapier, in einem Schwefelsäurebad behandelt wird, um die Papieroberfläche abzudichten. Seine Transluzenz und Festigkeit legen tatsächlich den Vergleich mit echtem Pergament nahe.

Die Bezeichnung Pergament leitet sich vom Ortsnamen der antiken griechischen Stadt Pergamon (an der Westküste der heutigen Türkei - heute Bergama) ab, deren König Eumenes II. im 3. Jh. v. Chr. in Rom Textrollen überbrachte, die aus dünnen, rasierten Schafshäuten bestanden und die er „membrana“ (Häute) nannte. Wahrscheinlich in Erinnerung an den Überbringer nannte man diese Häute „membrana pergamena“, woraus sich dann der Name Pergament entwickelte. Zum Ursprung des Pergaments gibt es zahlreiche unterschiedliche historische Versionen, von denen die obige nur eine ist. Belegt zu sein scheint aber, dass Pergament nicht in Pergamon erfunden, sondern dort nur die Methoden zur Herstellung verbessert wurden.

Wie auch der bis dahin gebräuchliche PAPYRUS, der aus dem Mark einer ägyptischen Schilfstaude gefertigt wurde, war die getrocknete Tierhaut ein recht aufwendig herzustellendes Produkt und somit entsprechend teuer. Doch hatte es gegenüber dem Papyrus zahlreiche Vorteile: Es war wesentlich haltbarer und reißfester, konnte geknickt werden, war leichter zu beschreiben und zudem konnten Schreibfehler oder alte Texte einfach weggeschabt und überschrieben werden. Aufgrund seiner großen Haltbarkeit wurde Pergament sogar nach der Erfindung des Papiers noch lange für die Ausfertigung von Urkunden, Wappendarstellungen, Stammbäumen und anderen wichtigen Dokumenten verwendet.

Die Pergamentherstellung ähnelt der Herstellung von Leder, mit dem Unterschied, dass die Tierhäute nicht gegerbt, sondern in eine Kalklösung gelegt werden, bevor Haare, Oberhaut und anhaftende Fleischreste abgeschabt werden. Anschließend wird die Haut gereinigt und im gespannten Zustand getrocknet. Durch das Spannen der Haut wird das Pergament transluzent und bleibt außerdem geschmeidig. Um die Oberfläche zum Beschreiben glatt und samtig zu machen, wird sie mit Kreide abgerieben.

Auf Pergament lässt sich z.B. mit Tusche und Feder schreiben. Aufgebrachte Farbe lässt sich einfach mit einer RASIERKLINGE wieder abschaben. Das robuste Material eignet sich außerdem für Bucheinbände, zum Bespannen von Trommeln und ist aufgrund seiner leichten Transluzenz auch ein schönes Material für Lampenschirme.

Pergament ist hygroskopisch, das heißt, es kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Bei Aufbewahrung in zu hoher Luftfeuchtigkeit oder gar dem großflächigen Kontakt mit Wasser neigt es deshalb zur Wellenbildung. Andererseits bewirkt eine zu trockene Luft oder große Hitze ein Verhornen des Materials.


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