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Polyester GießharzeUngesättigte Polyesterharze (UP-Harze) gehören zur Kunststoff-Familie der Duroplaste. Sie können nach der Aushärtung nicht erneut plastisch verformt werden, sind unlöslich, unschmelzbar, nicht schweißbar und verkohlen bei hohen Temperaturen. Ausgehärtete Polyesterharze sind hochtransparent, aber nur dann UV-beständig, wenn sie – wie die von uns angebotenen Harze - mit entsprechenden Zusätzen versehen sind. Polyester-Gießharze lassen sich gut mit FARBEN FÜR KUNSTHARZE einfärben. Die Kalthärtung der UP-Harze erfordert die Zugabe eines Peroxid-Härters (Benzoylperoxid oder Ketonperoxid: z.B. MEKP) und kleiner Mengen eines Beschleunigers, um die chemische Reaktion in Gang zu setzen. Die von uns angebotenen Harze sind bereits ab Werk mit einem Kobalt-Beschleuniger vorbeschleunigt. Nicht nur für das Eingießen von Seepferdchen in Kunststoffblöcke, sondern auch für den Modellbau sind die sogenannten ungesättigten Polyesterharze (UP) das richtige Material, wenn transparente Körper erzeugt werden sollen. Als Nachteil muss dabei mit erheblichem Schwund gerechnet werden (ca. 7 bis 10 %). Hauptsächlich werden UP-Harze aber zur Herstellung glasfaserverstärkter Kunststoffe eingesetzt. Für diese Anwendungen, das „Laminieren“, halten wir sobald wie möglich ein umfassendes Sortiment für Sie bereit. Lagerung und Haltbarkeit: Polyesterharze müssen verschlossen, kühl und vor Licht geschützt gelagert werden. In verschlossenen Originalgebinden sind sie bei Raumtemperaturen (besser kühler) zwischen 3 und 6 Monaten haltbar. Sicherheit und Arbeitsschutz: Polyestergießharze sind entzündlich und wegen ihres Styrolgehalts gesundheitsschädlich. Die MEKP-Härter wirken brandfördernd und sind ätzend. Am Arbeitsplatz muss für eine gute Belüftung gesorgt sein und der Kontakt mit Haut und Augen dringend vermieden werden, z.B. durch das Tragen chemikalienbeständiger HANDSCHUHE und Schutzbrille. Für die Reinigung und Pflege der Haut empfiehlt sich eine Schutzcreme. Darüber hinaus ist Polyestergießharz wassergefährdend und darf nicht in Kanalisation, Gewässer oder Erdreich gelangen. Bitte beachten Sie die Gefahren- und Sicherheitshinweise auf der Verpackung und die Hinweise zu Sicherheit und Arbeitsschutz unter der Rubrik ‚Gießharze’. Sicherheitsdatenblätter senden wir Ihnen gerne zu.
Zum Einbetten eignen sich metallische, anorganische oder organische Objekte, sofern sie absolut trocken sind. Feuchtigkeit – also auch älterer MEKP-Härter – führt zur Schlierenbildung im Material. Es können Gießformen aus Materialien mit glatter, glänzender Oberfläche (Glas, Metall, Kunststoff) verwendet werden. Transparente Formen erlauben hinsichtlich der Bläschenbildung eine gute Kontrolle des Gießvorgangs. Formen aus nicht selbsttrennenden Materialien müssen unbedingt mit Trennmittel behandelt werden. Silikonformen und PP- oder PE-Formen trennen sich selbst vom Gießling. Aber auch in diesen Formen kann es zu einer Restklebrigkeit der Oberfläche kommen. Hier kann helfen: • TRENNMITTEL verwenden, Polyester-Gießharz kann zu relativ großen Volumina verarbeitet werden, hat jedoch gegenüber den PUR-Gießmassen den Nachteil höheren Schwundes bei der Härtung (7 bis 10 %!). Große Blöcke sollten nicht auf einmal gegossen werden, da die auftretende Reaktionswärme hohe Spannungen im Material und damit Risse erzeugen kann. Besser ist die Verarbeitung in mehreren, etwa 2 cm dicken Schichten. Beim Einbetten von Gegenständen geht man wie folgt vor: Zunächst wird eine erste Schicht als Boden in die Form gegossen und angehärtet – das Harz geliert. Das trockene Objekt wird darauf plaziert und sinkt nun nicht mehr ein. Um eventuelle Lufteinschlüsse besser kontrollieren und beseitigen zu können, werden nun nach und nach weitere Schichten von je 10 bis 20 mm Dicke gegossen. Die Schichten werden jeweils nach Abklingen der Reaktionswärme der zuvor gegossenen Schicht eingegossen. Durch den für Polyester typischen Schwund löst sich der Gießling bei der Aushärtung meistens von den Formwänden ab. Dadurch kann es besonders bei kleinen Objekten zu einer leichten Restklebrigkeit der Oberfläche kommen. Ursache dafür ist der Kontakt mit Luftsauerstoff. Der dünne Schmierfilm lässt sich durch Schleifen mit NASSSCHLEIFPAPIER der Körnung 500 - 700 oder durch Abwaschen mit ACETON entfernen. Aus dem gleichen Grund muss das vergossene Harz zur Erzielung einer spiegelglatten Oberfläche auf der luftzugewandten Seite abgedeckt werden bevor es anfängt zu gelieren und nachdem alle Luftblasen aufgestiegen sind. Dazu kann glänzendes POLYPROPYLEN oder Hostaphanfolie verwendet werden. Wird der Gießling nicht abgedeckt, kann die Oberfläche nach dem Aushärten eine gewisse Klebrigkeit aufweisen, die wie oben beschrieben entfernt wird. Während des Härtungsprozesses von UP-Harzen kann es durch die Einwirkung von Härtungsabgasen, die sich in Lufträumen z.B. in Blasen oder unter der Abdeckfolie konzentrieren, zu Aushärtungsstörungen im Material kommen. Polyesterharze sollten deshalb weitestgehend blasenfrei vergossen werden, möglichst bald nach Abklingen der Reaktionswärme entformt bzw. von der Abdeckfolie befreit werden. Zur Erzielung eines hohen Aushärtungsgrades können die bei Raumtemperatur hergestellten Objekte bei ca. 80 °C nachgehärtet werden. Ausgehärteten UP-Gieß- und Spachtelmassen ist ihre gute mechanische Bearbeitbarkeit gemein. Sie lassen sich mit Holz- und Metallbearbeitungswerkzeugen gut sägen, bohren, schleifen und mit POLIERPASTE polieren.
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