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Wellpappe
Wichtig!
Wellenverlauf: Das bei Formatangaben zuerst genannte Maß liegt parallel zum Wellenverlauf. Der Wellenverlauf ist parallel zur Linienstruktur auf der Pappe sichtbar. Schon vor über 130 Jahren wurde dem Amerikaner Albert L. Jones das US-Patent für einseitig beklebte, wenige Jahre später das für doppelseitige Wellpappe erteilt. Die guten Verpackungseigenschaften dieses Materials - sicher, leicht, stabil, raumsparend, billig - sicherten ihm in kürzester Zeit die überragende Stellung im Bereich der Kartonagen. Allein in Deutschland wurden 2006 etwa 4,3 Mio. Tonnen Wellpappe erzeugt. Hauptrohstoff ist der Sekundärrohstoff Altpapier, der in der bundesdeutschen Wellpappenindustrie einen Anteil von über 70 % ausmacht (Je brauner die Pappe, desto mehr ungebleichten Sulfatzellstoff, d.h. Frischzellstoff, enthält das Wellpappenpapier). Bei der Herstellung wird eine Papierbahn, das Wellpapier, zwischen zwei Riffelwalzen hindurchgeführt und thermisch in Wellenform gebracht. Anschließend werden in derselben Anlage eine oder zwei Bahnen Deckenpapier aufgeklebt. Moderne Wellpappenmaschinen arbeiten mit atemberaubender Geschwindigkeit: Mit 200 Metern in der Minute durchläuft das Papier die Maschine, die in der Minute bis zu 500 m² ausstößt. Die Bezeichnung der Wellenformen richtet sich nach der Größe der Welle. Grobwelle, Mittelwelle und Feinwelle teilen sich den Bereich der Teilungen zwischen 5 und 10 mm bei Wellenhöhen von 2 bis 5 mm. Recht jung ist die Feinstwelle oder Mikrowelle mit Teilungen um 3 mm und einer Höhe zwischen 1 und 2 mm. Daneben liefert die Industrie diverse Produkte: Einseitige Wellpappe, die auch Rollenwellpappe heißt, zweiseitige Wellpappe, die auch als einwellige Wellpappe durchgeht und die mehrwelligen Wellpappen, zweiwellig (zwei Wellenlagen, drei ungewellte Lagen) sowie dreiwellig (der Wellenlagen drei und entsprechend viel Ungewelltes). Die Wissenschaft von der Wellpappe kompliziert sich jedoch noch weiter. Die einzelnen Lagen müssen ja nicht aus identischen Materialien gefertigt sein - je nach Anforderungen hinsichtlich Preis, Stabilität, Optik oder Umwelteigenschaften kann der Wellpappenverarbeiter aus einer Vielzahl von Materialkombinationen auswählen. Geregelt sind die unterschiedlichen Qualitäten in der DIN 55468. Als Deckenpapiere und Zwischenlagen kommen Kraftliner, Testliner, Duplex (Testliner weiß) oder Schrenz zum Einsatz. Wellenpapier ist aus Wellenstoff oder Halbzellstoff. Der stabile Kraftliner besteht aus chemisch aufgeschlossenen Frischfasern (Sulfat-Zellstoff) und wird ausschließlich importiert, White Topliner ist weiß gedeckter Kraftliner (aus Kosten- und Umweltgründen nicht durchgebleicht), Testliner wird aus Recycling-Papier für die Trägerlage und Sulfatzellstoff für die Deckenlage zusammengegautscht (Gautschen ist das Verbinden noch nasser Papierbahnen durch Aufeinanderpressen, wobei die Fasern sich miteinander verbinden) und Schrenz ist ein aus Altpapier hergestelltes geringwertiges Papier. Wellenstoff ist die ausschließlich aus Altpapier gemachte Innenlage, der kräftigere Halbzellstoff wird aus chemisch aufgeschlossenen Holzfasern fabriziert. In der Richtung quer zum Wellenverlauf ist die Wellpappe sehr steif, parallel zu den Wellen aber biegsam. Der Wellenverlauf ist parallel zur Linienstruktur auf der Pappe sichtbar. Das bei Formatangaben zuerst genannte Maß liegt parallel zum Wellenverlauf. Mit Modulor-Bezeichnungen benannt, bedeutet also zum Beispiel: Das Flächengewicht von Wellpappe wird über den sogenannten Einzugsfaktor berechnet. Der Einzugsfaktor der E-Welle liegt bei 1,25, der der B-Welle bei 1,35. Das Flächengewicht einer einseitig offenen E-Welle aus Testliner 125 g/m² als Decklage und gewelltem Wellenstoff 115 g/m² als Wellenlage liegt also bei 268,75 g/m² (= 125 g/m² + 1,25 x 115 g/m²). Die Zusammensetzung (Qualitäten) der von uns angebotenen Wellpappen haben wir bei den einzelnen Artikeln aufgeführt. Wir müssen uns allerdings vorbehalten, die Spezifikation zu ändern. Sollten Sie auf eine bestimmte Qualität Wert legen, fragen Sie bitte nach. Neben den von uns ab Lager angebotenen Wellpappen können wir anders aufgebaute Sorten und weitere Typen beschaffen: einseitig offene Doppelwellen, zweiseitig offene Doppelwellen, dreiwellige Wellen...
Wellenpappenbezeichnungen nach DIN 55468, bei uns heißt die Wellenteilung "w", die Wellenhöhe "h" |
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