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AdhäsionsfolienAls Adhäsionsfolien bezeichnet man in der Regel weiche Kunststofffolien aus PVC oder PE mit sehr glatter Unterseite, die ohne Klebstoff auf glatten, porenfreien Oberflächen wie z.B. Glas haften. Mittlerweile sind aber auch sogenannte Hafttextilien am Markt (z.B. DIGITALDRUCK-POLYESTERGEWEBE SELBSTHAFTEND), die mit einer adhäsiven Rückenbeschichtung versehen sind. Adhäsionsfolie lässt sich im Gegensatz zu normaler Klebefolie auch nach längerer Zeit sekundenschnell, ohne Hilfsmittel und ohne Rückstände zu hinterlassen, vom Untergrund abziehen. So findet sie ihre Anwendung z.B. als Schutzfolie für Handydisplays, bemalt oder bedruckt als temporäre Schaufensterwerbung und -dekoration oder Fensterschmuck im Kinderzimmer. In transluzenter Version ist sie als lichtdurchlässiger und leicht auswechselbarer Sichtschutz in Arztpraxen, Büroräumen oder Badezimmerfenstern geeignet. Die meist undurchsichtigen Hafttextilien bieten sich z.B. als Sicht- und Blendschutz oder sogar temporäre Projektionsfläche an Fensterscheiben an. Warum aber haften Adhäsionsfolien überhaupt und warum können sie dies nur auf glatten Oberflächen? Eine Hauptursache für die Adhäsion oder auch Anhangskraft sind die sogenannten Van-der-Waals-Kräfte. Das sind schwache Anziehungskräfte, die zwischen den Molekülen in den Oberflächen zweier Materialien bestehen. Diese Anziehungskräfte herrschen zwischen allen möglichen Oberflächen, z.B. auch wenn die Hand auf der Tischplatte liegt. Der Grundgedanke bei den Van-der-Waals-Kräften ist, dass die Elektronen in den Molekülen ständig in Bewegung sind, auch wenn es sich um sogenannte feste Materie handelt. Die Bewegung der Elektronen führt dazu, dass sich die Ladung innerhalb eines Moleküls kurzzeitig ungleichmäßig verteilt und eine Seite positiv, die andere negativ geladen ist. Liegt nun die positive Seite eines Moleküls mit der negativen Seite eines anderen Moleküls aneinander, so ziehen diese sich gegenseitig an. Alle Moleküle richten sich auf diese Weise ständig neu nach ihren temporären positiven bzw. negativen Teilladungen aus. Die Anziehungskraft, die daraus zwischen den Oberflächen der Materialien entsteht, ist vergleichsweise schwach und reduziert sich, je mehr Luft dazwischen ist. Daher muss die Kontaktfläche zwischen den Molekülen so groß wie möglich sein, was nur bei wirklich glatten und porenfreien Oberflächen wie eben der Unterseite einer Adhäsionsfolie und z.B. Glas gegeben ist. Van-der-Waals-Kräfte sind genau genommen keine elektrostatischen Kräfte, die natürlich auch eine Anziehung bewirken können. ElektroSTATISCHE Kräfte herrschen statisch, also dauerhaft zwischen den ungleichsinnig geladenen Polen (Anion und Kation) von Molekülen. Elektrostatische Anziehung ist viel stärker und eine Folie, die elektrostatisch aufgeladen ist, müsste auch auf raueren Flächen haften. Ein sehr anschauliches Beispiel für die Wirkung der Van-der-Waals-Kräfte ist der Gecko, der sicheren Fußes senkrechte Wände erklimmen und selbst über Kopf an der Decke hängen kann. Ein Gecko besitzt mehrere Millionen winziger Härchen an seinen Fußsohlen, die wiederum nochmals so stark verästelt sind, dass sie eine sehr große Oberfläche bilden, die ausreicht, um genügend Anziehungskräfte zwischen den Molekülen der Härchen und denen des Untergrundes herzustellen. Dass sich Geckofußsohlen bei jedem Schritt dennoch mühelos vom Untergrund lösen können, liegt daran, dass sich bei der Bewegung des Fußes der Winkel der Härchen ändert und sich die Van-der-Waals-Bindung löst. Nach dem gleichen Prinzip lassen sich auch die weichen Adhäsionsfolien leicht wieder vom Untergrund lösen. Und übrigens: Obwohl Geckofüße eine enorme Haftkraft besitzen, bleibt dennoch kein Schmutz an ihnen hängen. Geckofüße sind immer sauber! Warum das so ist, fragen Sie am besten bei der nächsten Sendung mit der Maus....
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