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Mosaiksteine und Zubehör

Informationen zu Mosaiksteine und Zubehör

Jeder, der schon einmal in Pompeji war, hat dort gesehen, dass das Mosaik eine sehr alte künstlerische Technik ist, die schon zur Zeit der Griechen und Römer sehr beliebt war. Mosaik kommt vom griechischen Wort „Musa“, benannt nach den neun Musen der griechischen Mythologie, den Beschützerinnen der Wissenschaften und der Künste.

Die ersten gestalteten Mosaikböden - einfache geometrische Muster aus schwarzen und weißen Kieselsteinen im Mörtelbett - kennen wir schon aus dem 8. Jh. vor Chr. aus Kleinasien und Syrien. Im 2. Jh. vor Chr. arbeiteten die Griechen erstmals mit regelmäßig behauenen Steinen, den sogenannten „Tessera“. Erste naturalistische Darstellungen mit Jagd- und Theaterszenen sowie dreidimensionale Motive entstanden. Als Fußbodenbelag gewann das Mosaik in gewöhnlichen Häusern schnell an Beliebtheit und wurde daher oft von anonymen Arbeitern ausgeführt.

Die Römer entwickelten die Mosaikkunst der Griechen seit dem 1. Jh. vor Chr. weiter und brachten es vom Boden an die Wand. Dabei kamen Marmorwürfel, Muscheln und erstmals Smalten (geschmolzener Kobalt als blaue Farbakzente) zum Einsatz. Auch erste Funde von gefärbtem Glas stammen aus dieser Zeit. Der Aufschwung der Wandmosaikgestaltung begann mit der Verwendung in römischen Badeanlagen im 1. und 2. Jh. nach Chr. und führte schließlich zu den großartigen frühchristlichen Kirchenausstattungen in Ravenna (Basilika San Apollinare Nuovo).

Neu in der frühchristlichen Mosaikkunst (5. bis 6. Jh. nach Chr.) war die Verwendung von Glas- und Goldsmalten. Diese stark lichtreflektierenden Glassteine waren das ideale Medium, um Kircheninnenräume in einer fast unendlichen Farbpalette atmosphärisch auszugestalten. Meisterwerke sind hier das größte je realisierte Mosaik in der Hagia Sophia in Istanbul oder die im 13. Jh. fertiggestellten Mosaikzyklen im Markusdom in Venedig, die entstanden bevor die Mosaiktechnik von den schneller herstellbaren Wandfresken abgelöst wurde. Auch wenn das Mosaik in den folgenden Jahrhunderten seine Bedeutung als Wandgestaltung verlor, wurden doch weiterhin Bodenmosaike in großer Zahl ausgeführt.

Mit der Ausschmückung des Petersdoms durch die 1772 in Rom gegründeten päpstlichen Mosaikwerkstätten, die schon damals Glassteine in 28.000 Farben herstellen konnten, gewann das Mosaik in den folgenden Jahrzehnten wieder neue Wertschätzung, sowohl wegen seiner größeren Haltbarkeit gegenüber Gemälden als auch wegen der Lebhaftigkeit und Beständigkeit der Farben. Hierbei stand jedoch nicht das künstlerische Schaffen neuer Mosaiken im Vordergrund, sondern die Wiederbelebung einer fast verloren gegangenen Kunsttechnik. Das Interesse bestand hauptsächlich in der Reproduktion von Fresken und Tafelgemälden, um diese vor dem gänzlichen Verschwinden zu bewahren. Italien ist bis heute die Hochburg des Mosaiks geblieben. In der heutigen Zeit prägen Firmen wie Bisazza, die sowohl auf industrielle Verfahren in der Glasmosaikherstellung aus Muranoglas, als auch auf traditionelle Verfahren handgeschnittener Glasuren setzen, das Erscheinungsbild moderner Architektur im Innen- und Außenbereich.

Die älteste Methode zur Herstellung eines Mosaiks, nämlich Steinchen für Steinchen in ein Mörtelbett zu legen, kann bei größeren Flächen eine körperlich sehr anstrengende Angelegenheit werden. Das fanden die Mosaikleger auch schon um Chr. Geburt und ersannen ein Verfahren, das es erlaubte, Mosaike in der Werkstatt vorzubereiten. Dabei wurden die Steinchen mit ihrer Vorderseite auf Papier oder Leinwand geklebt und anschließend zum Transport in handliche Stücke zerlegt, um dann vor Ort in die Bettungsschicht aus frischem Mörtel eingelegt zu werden. Nach dem Aushärten wurde die Papierschicht dann mit viel Wasser abgelöst. Diese Methode erlaubte ebenere Oberflächen, als die direkte Setzmethode und ist auch heute noch ein gängiges Verfahren. Der Nachteil ist natürlich, dass man bei Mustern und Motiven seitenverkehrt arbeiten muss. Bei der jüngsten Technik werden die Steinchen in ein Bett aus Sand oder Ton gedrückt und ebenfalls mit wasserlöslichem Kleber und Papier überdeckt und geteilt.

Verarbeitung: Um z.B. Biegungen oder kleine Details darzustellen, lassen sich Mosaiksteine aus Glas mit einer Glaszange, Steine aus Marmor oder Keramik mit der Mosaikkzange teilen. Für gelegentliche Arbeiten ist dafür auch eine normale Beißzange geeignet. Beim Schneiden der Steine empfehlen wir, auf jeden Fall eine Schutzbrille zu tragen, um die Augen vor Splittern zu schützen.

Mosaiksteine können direkt oder indirekt verarbeitet werden. Beim direkten Verfahren verklebt man die Steine an ihrer endgültigen Position, nachdem der Entwurf auf den Untergrund gezeichnet oder mit Hilfe von GRAPHITPAPIER übertragen wurde. Besteht der Untergrund aus Holz, Span- oder Hartfaserplatte sowie unglasiertem Ton, ist dafür gewöhnlicher HOLZLEIM gut geeignet. Bei Untergründen aus Glas, Keramik oder Metall sind ALLESKLEBER zu bevorzugen. Bei der Wahl des Klebstoffs kommt es darauf an, welches Material mit welchem verklebt werden soll, und ob das Mosaik für innen oder außen, den Boden oder die Wand gedacht ist.

Grundsätzlich ist das direkte Verfahren immer dann vorzuziehen, wenn der Mosaikträger transportabel und so beschaffen ist, dass man in einer angenehmen Körperhaltung arbeiten kann (z.B. Bilderrahmen, Tischplatten, Vasen). Größere Flächen auf Wänden oder Boden lassen sich im indirekten Verfahren sehr viel leichter ausführen.

Dafür wird die Vorlage auf einer festen Unterlage (z.B. Spanplatte) befestigt, darauf eine transparente Kunststoff-Folie (POLYETHYLEN FOLIE) und schließlich das NETZ FÜR DIE INDIREKTE MOSAIKVERLEGUNG mit Klebeband fixiert. Nun werden die Mosaiksteine mit Weißleim auf das Netz geklebt. Dabei muss darauf geachtet werden, dass der Leim beim Festdrücken nicht hervorquillt. Nach ca. 12 Stunden kann das Mosaik mit Hilfe einer zweiten Platte umgedreht und die Folie vorsichtig entfernt werden. Vor der Weiterverarbeitung muss der Leim vollständig ausgehärtet sein.

Das vorbereitete Mosaik kann dann in ein Bett aus Fliesenkleber (Stärke je nach Stärke der Steine) verlegt werden. Zum Auftragen des Klebers eignet sich am besten ein ZAHNSPACHTEL. Mit einem Gummihammer und einem Brettchen wird das Mosaik vorsichtig festgedrückt und überquellender Kleber mit einer alten Zahnbürste entfernt.

Nach 24 Stunden kann das Mosaik verfugt werden. Das Fugenpulver wird im GIPSBECHER mit Wasser zu einer Masse mit sahniger Konsistenz verrührt und mit dem FUGENGUMMI in die Fugen eingebracht. Nachdem die Fugenmasse etwas angetrocknet ist, muss das Mosaik sorgfältig mit einem feuchten Tuch gereinigt werden. Bodenmosaike sollte man verfugen, um eine ebene Fläche zu erhalten. Andere Mosaike können je nach gewünschtem Effekt unverfugt bleiben.