PAPPEPassepartoutkartonDer äußere Rahmen läßt die Kunst in vollem Glanz erstrahlen. Fotografien, Grafiken, Drucken oder Gemälden gibt Passepartout- oder Museumskarton den nötigen Halt und Schutz. Aber nicht nur für die Präsentation sondern auch zur Archivierung derartiger Objekte leisten diese Materialien gute Dienste. Es ist ratsam, für diese Zwecke spezielle Kartons zu verwenden, da ein x-beliebiges Material insbesondere durch seinen Säuregehalt die Werke nachhaltig schädigen kann. Für die unterschiedlichen Anforderungen in der Präsentation und Archivierung werden verschiedene Passepartout-Qualitäten angeboten. Passepartouts aus HolzzellstoffDer weitaus größte Teil der derzeit erhältlichen Passepartouts wird aus Holzzellstoff hergestellt. Da dieser Zellstoff Reste von Lignin und andere schädliche Bestandteile enthält, muß der Papiermasse im Herstellungsprozeß Calciumcarbonat beigefügt werden, um ihren pH-Wert den Erfordernissen anzupassen. Der derart gepufferte Karton hat einen pH-Wert von 7,5 bis 8 und kann so durch Ligninzersetzung oder Luftverschmutzung entstehende Säuren neutralisieren. Üblicherweise werden Passepartouts aus Holzzellstoff mit etwa 2 - 3 % Calciumcarbonat gepuffert, auf dem Markt sind jedoch auch Kartons mit Beimengungen von bis zu 10 % zu finden. Je mehr Kreide - nichts anderes ist Calciumcarbonat - sie enthalten, desto schwieriger gestaltet sich die Verarbeitung der Kartons: Das Schneiden von Kreide fällt der Klinge des Passepartout-Messers deutlich schwerer als das Zertrennen von Zellulosefasern. Die Calciumcarbonat-Pufferung birgt noch einen weiteren Nachteil: Fotografien auf Bromsilber-Basis (eine heute fast nicht mehr verwendete Beschichtung) oder mit Gelatinebeschichtungen sollten mit gepufferten Kartons nicht in Verbindung gebracht werden, da die Pufferung ihre Beschichtung zerstört. Unsere Premium Passepartouts enthalten 2 - 3 % Calciumcarbonat und erreichen einen pH-Wert von ungefähr 7,7. Im Laufe ihres Alterungsprozesses fällt der Wert, bleibt aber selbst nach langer Zeit im unkritischen Bereich: neu pH 7,7; 20 Jahre pH 7,6; 50 Jahre pH 7,5; 100 Jahre pH 7,3 Wir bieten die hochwertigen Premium Passepartouts in einer Vielzahl von Farben für Deckpapier und Kern an. Aus der Farbe des Kerns können keine Schlüsse auf das Säureverhalten der Kartons gezogen werden - ein reinweißes Passepartout unterscheidet sich im pH-Wert nicht vom eingefärbten. Der Rücken der Passepartouts ist abriebsicher. Passepartouts aus BaumwollhadernKomplett lignin- und säurefrei müssen Kartons sein, die für das Ausstellen und Archivieren von wertvollen Manuskripten, Dokumenten und Kunstwerken z. B. in Museen eingesetzt werden. Zu diesem Zweck werden Baumwollhadernkartons angeboten. Die Fasern der Baumwolle - im Fall der Rag Mat 100 Museumskartons sogenannte Linters, die 1 bis 5 mm langen Fasern die nach der Ernte direkt an den Baumwollsamen haften - bilden ein stabiles und spannkräftiges Gewebe. Wegen seiner Robustheit und Elastizität wird Baumwollhadernpapier auch zur Herstellung von Geldscheinen verwendet. Baumwollhadern sind zu 99 % frei von Lignin und anderen Verunreinigungen, wie sie zu großen Anteilen in der Holzzellulose zu finden sind. Daher werden bei der Herstellung des Baumwollzellstoffs nur etwa 10 % der Chemikalien eingesetzt, die zur Zellulosegewinnung aus Holzschliff benötigt werden. Um den Rag Mat Kartons eine ausreichende Alkalireserve zu geben, werden auch sie trotz ihres hohen Ausgangs-pH-Werts von etwa 7,1 noch mit 2 -3 % Calciumcarbonat gepuffert. Damit liegt ihr pH-Wert zwischen 8,5 und 9,5. Die durchgefärbten Kartons aus unserem Angebot bleichen nicht aus und sind auslaufbeständig. Die Qual der Wahl der QualitätNoch einmal knapp formuliert: Für die Einrahmung von dekorativen, unlimitierten Grafiken und Kunstdrucken genügen die gepufferten Premium Passepartouts aus Holzzellulose vollkommen. Auch für die Displayherstellung oder Beschilderung in Schaufenstern empfiehlt es sich, die Premium Passepartouts zu verwenden. Baumwollhadern sind das Material, das für die Archivierung kostbarer Manuskripte und Dokumente sowie für die Rahmung wertvoller Grafiken und Gemälde verwendet werden sollte. Im (Architektur-) Modellbau sind beide Qualitäten verwendbar. Unter ästhetischen und handwerklichen Gesichtspunkten sind die durchgefärbten und leicht wie präzise zu schneidenden Rag Mat Kartons jedoch überlegen; dies allerdings auch im Preis. Daher empfehlen wir Museums- und Passepartoutkarton für den Modellbau nur bei ausgesprochen hohen Ansprüchen an die Materialbeschaffenheit. Im Normalfall genügen Vollpappen wie Finn- oder Graupappe vollkommen. PappwabenplattenPappwabenplatten vereinen - wie die mit Kunststoffschaum gefüllten Sandwichplatten - zwei äußerst positive Materialeigenschaften: sie sind leicht und dennoch stabil. Wie stabil die Pappwabenplatte ist, zeigt sich an folgendem Meßergebnis: eine vierseitig aufgelagerte, kartonkaschierte Platte mit den Maßen 20 x 500 x 800 mm biegt sich allenfalls 6 mm durch, wenn sie zentral mit einem Gewicht von etwa 100 kg belastet wird. Dieselbe Platte ist druckfest bis zu einer Belastung von 35 bis 40 Tonnen pro Quadratmeter! Anders gesagt: eine 10 x 10 Zentimeter große Fläche kann mit 350 bis 400 kg belastet werden.AnwendungAnwendung findet die Pappwabenplatte ursprünglich als Material für die Herstellung von Einwegpaletten oder Türfüllungen mit Wabenkern. Wir bieten sie an als Baustoff im Messe- und Ausstellungsbau, zum Bau von Möbeln oder Spielhäusern für Kinder, als leichtes und unkompliziert zu bearbeitendes Kulissenmaterial für den Bühnenbau bei Film, Theater oder Fernsehen, als kaschierfähige Trägerplatte zum Aufziehen von Plänen, Fotos, Plakaten und und und. VerarbeitungSchneiden lassen sich die verschiedenen Pappwabenplatten gut mit Kreis-, Stich- oder Laubsäge. Die papierkaschierten Exemplare sind ebenfalls mit dem Cutter sehr gut auch rund zu schneiden: freihändig oder am Lineal die Klinge flach durch das Material ziehen. Knicken: Das Knicken fällt bei papier- und kartonkaschierten Platten unterschiedlich leicht. Papierkaschierte Platten werden einseitig mit dem Falzbein geschwächt und über eine Kante gebogen. Dabei entsteht eine nach außen runde Ecke, innen ist das Deckpapier geknittert. Das kartonkaschierte Material ist nur nach Entfernen eines Deckschichtstreifens auf der Knickinnenseite knickbar. Prägen: Vertiefungen werden durch einseitiges Einschneiden der Platte und bis zur gewünschten Tiefe der Prägung und anschließendes Eindrücken mit Holzstück und Hammer hergestellt. Das funktioniert allerdings nur bei kleinen Flächen bzw. nach und nach, da die Platte wie oben beschrieben extrem druckfest ist. Lochen läßt sich die Pappwabenplatte mit Bohrmaschine oder Stichel. Sollen papierkaschierte Platten aufgehängt werden, empfiehlt sich die Anbringung eines Rohrabschnittes oder zusammengerollten Kartons im Loch. Verbinden: Flächig lassen sich die kartonkaschierten Platten mit Sprühkleber, X-Film DX oder Tesa-Alleskleber (Technicoll) kleben (siehe Index). Geklebte Eckverbindungen sollten nicht stumpf ausgeführt werden, da die hohle Platte kaum Klebefläche anbietet. Besser gelingen diese Verbindungen, wenn man falzt und flächig klebt. Stoßverbindungen lassen sich folgendermaßen herstellen: einen Zapfen bei der auftreffenden Platte stehenlassen und in einem Schlitz (durchgeschnitten oder nur geprägt) der anderen Platte versenken. Gegebenenfalls mit einem Stift sichern. Kartonkaschierte Platten können auch mit Schraube und Mutter verbunden werden. Dabei sollte eine möglichst große Unterlegscheibe verwendet werden. Eine Stoßverbindung ergibt sich mit Hilfe eines verschraubten Pappwinkels. Kantenschutz: Zum Schützen der Kanten kann PVC U-Profil oder Kraftpapier-Naßklebeband (siehe Index) verwendet werden. Auch Hartpapier-Rohre (siehe Index) eignen sich als Verbindungs- oder Abschlußelement. In die Kanten der kartonkaschierten Platten lassen sich passende Holzleisten einleimen. Dazu das Wabenmaterial im Kantenbereich mit dem Cutter entfernen, Decklageninnenseiten und Holzleiste mit Klebstoff (z.B. Pattex) einstreichen und die Leiste nach Abtrocknen des Klebstoffs vorsichtig zwischen den Decklagen einschlagen. Kaschieren: Die Platten werden beklebt/kaschiert mit doppelseitigem X-Film, Sprühkleber, Tesa-Alleskleber (Technicoll) oder Kleister (siehe Index). Beklebt man die papierkaschierte Pappwabe, bleibt die Wabenstruktur zumindest beim Aufziehen dünner Materialien erkennbar, die kartonkaschierte Platte dagegen ist glatt. Gegenkaschieren der Platten ist empfehlenswert, wenn auf absolute Planlage der Platte Wert gelegt wird. WellboardDas Wellboard ist aufgrund seiner ästhetischen und technischen Eigenschaften zum Bau von Möbeln oder für dieGestaltung von Ausstellungen und Messeständen geeignet. Senkrecht zur Welle ist das Board verhältnismäßig stabil, parallel dazu ist es leicht zu biegen und kann deswegen gut für runde Formen verwendet werden. Es empfiehlt sich allerdings, gebogene oder gerade Wellboardflächen mit einer Spantenkonstruktion bzw. einer Platte zu unterbauen. Da das Wellboard zu 100% aus Zellulose besteht und nur mittels Hitze und Druck ohne Zusatz von Klebemitteln in Form gebracht wird, läßt es sich durchaus als umweltfreundlich bezeichnen. Wellboard classic mit sinusgewelltem Profil in den Ausführungen Minimum, Medium und Maximum Wellboard Gamma bietet durch die Trapezprofilierung eine größere Auflagefläche. Dadurch kann man es leichter verkleben, verschrauben oder mit anderen Montage- oder Befestigungselementen verbinden. Die großen Wellboard-Tafeln werden gerollt und in Papprohren einzeln verpackt per Spedition geliefert. Die Wellen der großen Platten verlaufen parallel zur kurzen Seite. Besonders in der Länge ist (auch bei Zuschnitten) mit größeren Toleranzen zu rechnen: Längentoleranz (senkrecht zur Wellrichtung) ± 200 mm, Breitentoleranz ± 10 mm. Auch hinsichtlich der Wellenparallelität kann es fertigungsbedingt auf 5 Metern zu Abweichungen von bis zu 35 mm kommen. AchtungWellboard ist sehr empfindlich gegenüber Feuchtigkeits-Veränderungen. Eine Erhöhung von 60 % auf 80 % relativer Luftfeuchte läßt unfixiertes Wellboard maximum um mindestens 5 % in der Länge wachsen. Aus diesem Grund empfehlen wir, das Material auf einen Träger aufzukleben und erst dann auf die Baustelle zu bringen, wenn sämtliche feuchten Arbeiten (streichen, putzen...) abgeschlossen sind. Als Trägermaterial eignen sich Spanplatte, MDF, Sperrholz oder ähnliches. Nicht nur bei der Verarbeitung auch bei der Lagerung sollte das Material vor Feuchtigkeit geschützt werden. Wellboard sollte in trockenen Räumen, original verpackt stehend, im geöffneten Zustand liegend gelagert werden. Für das Endprodukt empfiehlt sich zum Schutz vor Feuchte eine Lackierung, am besten mit füllstoffreichen Farben. VerarbeitungWellboard ist wie Hartfaserplatte zu verarbeiten. Sägen mit der Kreissäge (maximaler Sägeblattdurchmesser 450 mm, Schnittgeschwindigkeit 3300 bis 3900 m/min., Sägeblatt nur ca. 5 mm über Tafel hervortretend), der Bandsäge (Schnittgeschwindigkeit 1500 bis 1800 m/min., Sägeblatt 4 Zähne pro Zoll) oder der Stichsäge (mit Holzsägeblatt, Metallsägeblatt oder zahnlosem Spezial-Schnittblatt). Gehobelt werden kann mit dem Tischler- Hand- oder Maschinenhobel in einem Winkel von 10 Grad, zum Schleifen eignen sich Band- oder Zylinderschleifmaschinen, bei Bohrungen über 15 mm Durchmesser empfiehlt sich eine Vorbohrung. Wellboard ist gut mit Holzleim zu kleben. Die Oberflächenbehandlung erfolgt wie bei Massivholz. |
|||||||||
| © www.modulor.de. Materialien für Gestaltung. Internationaler Versand und Großhandel. |